07.02.2004
Shareholder Value out, strategische Planung in
Eine Umfrage weist auf fundamentale Veränderungen in Schweizer Chefetagen hin. Der grösste Forschungsbedarf besteht beim Knowledge Management.
In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts stieg in den USA das durchschnittliche Gehalt eines CEO um 570% an, die Aktienkurse der im Dow-Jones-Industrieindex zusammengefassten Grosskonzerne vervierfachten sich, die Unternehmensgewinne hingegen legten nur 114% zu. Wie die grossen Pleiten von Worldcom oder Enron gezeigt haben, kann die Bindung der Gehälter von Führungskräften an steigende Aktienkurse eine kurzfristige Wertsteigerung und eine einseitige Maximierung der Eigentümerrendite bewirken, und demzufolge die langfristige Überlebensfähigkeit eines Unternehmens beträchtlich gefährden.
Dies scheint ein Grund zu sein, wieso Sharholder Value in den Chefetagen out ist. Wie die SHZ in ihrer Ausgabe vom 4. Februar 2004 schreibt, hat die Universität Innsbruck im vergangenen Jahr 114 Berater mit den Schwerpunkten Finanzen, Organisation, Strategie, Marketing, IT und Personalwesen aus der Schweiz, Deutschland und aus Oesterreich über die wichtigsten Management Tools in den nächsten fünf Jahren befragt.
Shareholder Value und Total Quality Management (TQM) landeten auf dem letzten Platz. Hoch im Kurs stehen dagegen strategische Planung, Prozess Management, Customer Relationship Management (CRM) und Knowledge Management.
Den grössten Entwicklungsbedarf sehen die Befragten beim Knowledge Management, wo das Methodenrepertoire noch zu entwickeln und zu etablieren ist. Knowledge Management erhält aber indes auch eine stärkere Bedeutung, weil sich die Quelle der Wertschöpfung bei Unternehmen rapide von tangiblen Vermögenswerten hin zu intangiblen Gütern wie Wissen und Beziehungen verlagert. So entfielen 1982 bei den wichtigsten 500 US Firmen 62% des Wertes auf tangible Güter, inzwischen sind es noch 15%. Dahinter steht ein laut Prof. Matzler, Forscher an der Universität Innsbruck, ein fundamentaler Wandel bei den Faktoren, die über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden. Bis 1990 dominierte die Markt-Perspektive: Wenn man die Struktur der Märkte kannte und sich zweckmässig darin positionierte, war der Erfolg gesichert. Nach 1990 setzte sich die Auffassung durch, dass eine einzigartige Kombination von Ressourcen für den Erfolg entscheidend ist. Damit entstand ein Wettbewerb um eine Schlüsselressource, die einmalig, wertvoll, nicht substituierbar und schwer imitierbar ist - das Wissen.
Die wichtigsten Management Methoden:
- Strategische Planung
- Prozessmanagement
- CRM
- Kernkompetenzen
- Change Management
- Knowledge Management
- Strategische Allianzen
- Outsourcing
- Markt/Kundensegmentierung
- Wachstumsstrategien
- Supply Chain Management
- Benchmarking
- Balanced Scorecards
- Visionen und Leitbild
- Reengineering
- Pay for Performance
- Lean Management
- Downsizing
- Shareholder Value Management
- Total Quality Management
