13.11.2006
SOX-Revision in Sichtweite
Wie die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Ausgabe vom 13. November 2006 sinngemäss schreibt, ist eine Revision des Sarbanes-Oxley Gesetzes (SOX) in Sichtweite. Besonderen Anstoss nehmen die Unternehmen an einer Vorschrift, in der allen Aktiengesellschaften vorgeschrieben wird, dass die internen Systeme auf Fehlerfreiheit untersucht werden, bevor ihre Abschlüsse von Rechnungsprüfern testiert werden.
Sowohl grosse wie kleinere Unternehmen haben beklagt, dass diese Vorschrift, die unter dem Namen «Sektion 404» bekannt ist, von den Wirtschaftsprüfern, nicht zuletzt aus Selbstschutz, aussergewöhnlich breit interpretiert werde. Das habe zur Folge, dass die Gesellschaften Gelder in Millionenhöhe für Dokumentationen aufwenden müssten, die nichts mit der Integrität der finanziellen Abschlüsse zu tun hätten. Überdies bemängelte jüngst John Thain, der Chairman der New York Stock Exchange, dass die Sektion 404 offenbar nicht nur viele Unternehmen von einem Gang an die Börse abhalte, sondern auch keine materiellen Standards enthalte. Das Problem liege weitgehend in der Implementation. Er nahm damit Kritik auf, die auch von Wirtschaftsverbänden geäussert wird. Die Regel ermutige übergrosse Vorsicht und beziehe sich auf viele Dinge, die nichts mit finanziellen Unternehmensergebnissen zu tun habe.
Nach langem Zögern hat die Börsenaufsichtsbehörde SEC, die für die Einhaltung des Gesetzes zuständig ist, auf die diversen Klagen reagiert. Der SEC-Vorsitzende Christopher Cox sagte Cox, es gehe nicht darum, die Vorschrift abzuschaffen oder gar die SOX-Schutzabsichten zur Verhinderung von Bilanz-Betrügereien auszuhöhlen. Das Ziel bestehe vielmehr darin, die Vorschriften unter Berücksichtigung der Erfahrungen der letzten vier Jahre neu zu interpretieren. Dazu gehöre, Dinge, die keinen Bezug auf die finanziellen Ergebnisse haben, nicht länger als wesentlich anzusehen.
Neue SOX-Interpretationen könnten schon für die Bilanzsaison 2007 angewendet werden.
