14.11.2008
Siemens begründete Zuversicht
Wie die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Ausgabe vom 14. November 2008 schreibt, strotzt Siemens trotz dem Konjunktureinbruch vor Zuversicht. Der Auftragseingang sei ungebrochen stark, und man hofft, vom staatlichen Konjunkturankurbelungsprogramm zu profitieren.
Siemens-Konzernchef Peter Löscher hat am Donnerstag das Ende des langen Konzernumbaus erklärt und grösste Zuversicht auch in Zeiten des Konjunktureinbruchs demonstriert. Er hielt an der Wachstums- und Gewinnprognose für das nächste Jahr fest, was sich derzeit kaum ein Unternehmen zutraut. Siemens wolle, wie Löscher anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen erklärte, weiterhin doppelt so rasch wachsen wie die Weltwirtschaft und 2009 ein Ergebnis der Sektoren, welches etwa dem operativen Ergebnis vor Sondereffekten entspreche, von 8 Mrd. € bis 8.5 Mrd. € erreichen. Löscher zeigte sich überzeugt, dass Siemens die Konjunkturflaute für Marktanteilsgewinne nutzen werde, da das Unternehmen rechtzeitig effizienter gemacht und neu ausgerichtet worden sei. Der erfrischende Optimismus liess die Aktie, die zu Handelsbeginn über 6% verloren hatte, noch während Löschers Rede um rund 10% steigen.
Das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr wurde allerdings noch durch eine Fülle von Sonderfaktoren geprägt. Siemens weist für das Gesamtjahr ein Ergebnis der Sektoren von 6,5 (i. V. 6.7) Mrd. € aus. Der Konzerngewinn sprang um 46% auf 5.9 Mrd. €. Dafür war vor allem der Sondergewinn von 5.5 Mrd. € aus dem Verkauf von VDO verantwortlich. Dem wurden nicht zuletzt zum Zweck der Steueroptimierung zahlreiche Sonderkosten und Rückstellungen gegenübergestellt, was den Konzern im Schlussquartal mit -2.4 ( 1.4) Mrd. € tief in die roten Zahlen drückte, obschon die Geschäfte gut liefen.
Löscher nannte einige Argumente für seinen Optimismus. So stieg der Auftragseingang im letzten Geschäftsjahr immer noch stärker als der Umsatz, und er lag auch absolut höher. Ausserdem erwartet Siemens kaum Stornierungen, weil Aufträge erst verbucht würden, wenn die Finanzierung gesichert sei. Schliesslich setzt Löscher auf den seit 2001 von 19% auf 31% gestiegenen Umsatzanteil in den weiterwachsenden Emerging Markets sowie auf die staatlichen Konjunktur- und Klimaschutzmassnahmen, die das Siemens-Portfolio - Verkehrsinfrastruktur, Bautechnik, Windkraft, Turbinen - begünstigen. Allerdings sind auch Schwächen erkennbar. Die bisher profitable Lichttechnik-Division Osram erlitt wegen der Automobilkrise sowie des Verlusts des Zollschutzes für Energiesparlampen einen Gewinneinbruch. Auch die in die roten Zahlen gerutschte Verkehrstechnik wird derzeit umgebaut.
